Aus dem Nähkästchen: Ein große Monitor macht Freude

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich noch zu Schulzeiten einen sensationell großen Monitor gekauft hatte – mit viel von meinem damaligen Ersparten. Ein Eizo 17-Zoll-Monitor für ziemlich genau zweitausend D-Mark. Ich war der Held!

Verglichen mit dem, was heute ein Notebookbildschirm von 13 oder 15 Zoll Diagonale bietet, war der 17-er-Eizo ein unscharfes, verwaschenes Stück historische Technik, mit seinen gefühlt zwanzig Kilogramm Lebendgewicht ein besserer Brief- (oder eher Paket-)beschwerer. Aber man konnte damit einiges machen: Ein VGA-Bild (oder etwas mehr sogar, schließlich lieferte der Amiga mit Grafikkarte revolutionäre 800×600 Bildpunkte) war darauf darstellbar, in sensationellen 50 Hertz Bildwechselfrequenz. Ein Freude für die damaligen Augen, heute kaum am Betriebsarzt vorbei an den Bildschirmarbeitsplatz zu bringen. Auf den Sperrmüll ist der Monitor übrigens erst vor knapp zehn Jahren gewandert – technisch gesehen noch immer voll funktionsfähig – einfach weil er im Jahr 2007 dann doch etwas aus der Zeit gefallen war. Immerhin, welcher Monitor hat heute eine Lebenserwartung von 15 Jahren?

Um Wissenschaftskommunikation zu betreiben, benötige ich den Blick auf möglichst viele Dokumente, sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben. Der 15-Zoll-Retina-Monitor meines Notebooks ist dafür schon nicht schlecht. Genau genommen ist das Bild dieser Ultra-HD-Monitore mit einer Auflösung, die auch ein gutes Auge nicht mehr in Pixel unterteilen kann, sensationell. Viele kennen das von ihren Smartphone-Displays, andere von ihren Notebooks. Aber geht das noch besser?

Schreibtisch mit Notebook und Monitor

Schreibtisch bei awk/jk: 4K-Monitor und 15-Zoll-Notebook als digitale Arbeitsfläche

Es geht, und zwar für gar nicht so großes Geld. Auf dem Markt gibt es zahlreiche 4K oder UHD-Monitore für knapp über 300 Euro. Kann so ein Gerät taugen, das verglichen mit dem Eizo-Monster aus 1992 nur inflationsbereinigt ein Fünftel kostet? Es kann! Mit einer Bildschirmauflösung von 3840×2160 Bildpunkten (also dem Doppelten der HD-Auflösung je Richtung, insgesamt die vierfache Bildpunktanzahl) erreicht man die gleiche Punktdichte wie auf dem Retina-Display, bei der keine einzelnen Bildpunkte mehr ohne Lupe auszumachen sind. Bei 24 Zoll Bildschirmdiagonale passen exakt zwei A4-Seiten in Originalgröße auf den Bildschirm – nebeneinander und mit hervorragender Lesbarkeit der Texte. Alternativ liegen zwei Webbrowserfenster oder eine Textdatei und ein Browser nebeneinander. Dazu noch das Display des Notebooks, auf dem E-Mail und Twitter dauerhaft sichbar sind – da entgeht einem keine Info mehr.

Ein technisches Detail: Mein Notebook hat Probleme mit dem HDMI-Ausgang, zumindest in der hohen Auflösung. Eine Web-Recherche zeigt, dass dies ein oft beschriebenes Problem der MacBook-Pro-Retina-Serie ist. Eigentlich unverständlich bei so edler Technik vom Obsthändler. Hier lässt sich ein Workaround finden: ein UHD-Monitor hat meist einen Display-Port-Anschluss, der direkt mit den Thunderbolt des Apple verbunden werden kann. Das Resultat: ein störungsfreies Bild, das sogar mit höherer Datenrate als über HDMI (1.4) angezeigt wird.

Fazit: Es lohnt sich, inklusive Kabel die 300 Euro in die Hand zu nehmen und in einen 4K-Monitor zu investieren, wenn der Computer in der Lage ist, diese hohe Auflösung vernünftig anzuwenden – und der Schreibtisch groß genug ist.