Fipronil: Einfach formuliert

Aktuell wird berichtet, dass in Eiern Fipronil – ein Insektizid – gefunden wurde. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat dazu Informationen verfasst, die nicht ganz leicht verständlich sind. Hier der Versuch einer Übersetzung.

Ganz kurz gefasst: Isst ein Kind ein Ei mit der bislang höchsten gefundenen Belastung, dann nimmt es hundert mal weniger Gift auf, als zu ersten Vergiftungserscheinungen im Tierversuch führt.

Normalerweise darf in Eiern gar kein Fipronil gefundenden werden. Die kleinste Menge Fipronil, die nachweisbar ist, beträgt 0,005 mg/kg, also 5 Millionstel Gramm pro Kilogramm Ei. In den am höchsten belasteten Eiern (aus Belgien) wurden 1,2 Milligramm (Tausendstel Gramm) pro Kilogramm Ei gefunden. Das ist weit mehr als erlaubt.

Die entscheidende Frage nach dem Gesundheitsrisiko hat allerdings mit der Nachweisgrenze nichts zu tun. Um Gesundheitsrisiken zu bestimmen, wurden Tierversuche durchgeführt. Für die Versuchstiere war Fipronil ungefährlich bis zu einer Menge von 0,9 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Erst bei einer größeren Aufnahme des Stoffes traten Vergiftungserscheinungen auf.

Umgerechnet auf ein Kind von 10 Kilogramm Körpergewicht bedeutet dies, dass pro Tag erst ab einer Aufnahme von 9 Milligramm Fipronil überhaupt mit Vergiftungen gerechnet werden kann.

Ein Ei der Größe „L“ wiegt rund 65 Gramm, enthält also im zurzeit schlimmsten Fall 0,078 Milligramm des Insektizids. Isst ein Kind ein so stark belastetes Ei, dann nimmt es ein Prozent der Giftmenge auf, ab der es bei Tieren zu Vergiftungen kommen kann. Anders gesagt: Ein Kind müsste einhundert Eier pro Tag essen, damit die Menge Fipronil zu Vergiftungen wie im Tierversuch führen kann.

Allerdings weiß man nicht, ob Tiere und Menschen gleich auf Fipronil reagieren. Deshalb wird als Sicherheitsabstand ein Faktor Hundert angenommen: Eine Aufnahme von Fipronil selbst aus einem der bisher höchst belasteten Eier pro Tag ist für ein Kind von 10 Kilogramm Körpergewicht wahrscheinlich ungefährlich, mehr sollten es allerdings sicherheitshalber nicht sein.

Dieser Text stellt den Stand vom 4. August 2017 dar. Er basiert auf den Informationen des BfR vom 3.8.2017, die hier im Original nachzulesen sind.